Eine Pandemie ist kein Wellnesswochenende.

Eine Pandemie ist kein Wellnesswochenende

In diesen Tagen denke ich vermehrt darüber nach, ob ich aus der Corona Zeit irgendetwas für mich persönlich gelernt habe. Eine Erkenntnis, die von nun an mein Leben bereichern und zu meiner Persönlichkeitsentwicklung beitragen kann. In den ersten Tagen der Pandemie und ihren Folgen habe ich mit den neuen Umständen gehadert. Darüber habe ich im letzten Blogbeitrag geschrieben. Am Liebsten wäre ich in einen Dornröschenschlaf gefallen und erst dann wieder aufgewacht, wenn Corona überstanden und alles wieder „normal“ ist.

Tja – und das ist auch schon mein erstes „Learning“: „Normal“ gibt es nicht. Normal ist nur, dass nie etwas normal ist. Ein kühler Regentag im Mai, bleierne Müdigkeit, obwohl man in der Nacht 8 Stunden geschlafen hat, Streit mit dem Lebenspartner / Ehemann / mit den Kindern, obwohl man auf ein entspanntes Wochenende / Feiertage / Urlaubstage eingestellt war. Pullover tragen im Juli, Heißhunger auf Pizza spätnachts, ein spontaner Heulkrampf mitten auf der Straße. „Normal“ ist das wohl alles nicht, dafür braucht es nicht einmal eine Pandemie.

Vielleicht wäre es schlauer, sich mit dem Gedanken, dass „normal“ nun einmal nicht existiert, zu befreunden, anstatt sich „das Normale“ herbeizusehnen?

Das „nicht Normale“ hat ohnehin einen ganz entscheidenden Vorteil: Es hält jung. Wie bitte – denkst du jetzt? Was soll an Abstand halten, Social Distancing und Lock Down JUNG halten?!?

Nun, die Maßnahmen selbst sind natürlich keine Frischzellenkur. Aber: Sie zwingen uns, den Trampelpfad des Alltags zu verlassen und neue Wege zu gehen. Das Gewohnte (und sich selbst) in Frage zu stellen. Umzudenken. All dies hält lebendig und somit jung.

Was ich für mich noch gelernt habe? Mit der Angst umzugehen. Es gibt zur Zeit vieles, das einem Angst machen kann: Angst um die Gesundheit der Menschen, die wir lieben. Angst um die eigene Gesundheit. Angst davor, den Job zu verlieren, weniger oder gar nichts mehr zu verdienen. Angst davor, den gewohnten Lebensstandard den Gegebenheiten anpassen zu müssen und so mancher liebgewonnenen Annehmlichkeit Lebewohl zu sagen.

Auch ich bin nicht frei von diesen Ängsten und in so manchem Moment habe ich mich der Gedankenspirale, die mich geradewegs ins tiefe, schwarze Loch der Angst führt, hingegeben. Ich habe allerdings gelernt, mit diesen angstvollen Gedanken umzugehen: Ich betrachte sie. Ich denke sie mir nicht schön. Ich verdränge sie nicht. Ich beruhige mich auch nicht selbst, indem ich gleichzeitig an etwas zu denken versuche, das in meinem Leben gerade sehr gut läuft (denn auch davon gibt es immer etwas im Leben von uns allen. Ganz unabhängig davon, was sonst gerade alles los ist).

Indem ich meine Angst ganz einfach nur betrachte, verliert sie das Schreckliche. Nicht, dass sie dadurch verschwindet. Aber sie ist plötzlich nicht mehr das, wovor ich mich fürchte, sondern etwas, das ich in mein Leben integriere.

Ob die Angst berechtigt ist oder nicht – das weiß man ohnehin immer erst hinterher. Und auch, wenn sie es diesmal tatsächlich sein sollte: Das Leben wird weitergehen. Vielleicht anders, als ursprünglich geplant. Aber immer noch als MEIN Leben.

Eine Pandemie ist ganz bestimmt kein Wellnesswochenende.
Sie ist aber auch nicht das Ende.

Daniela

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